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Marzahn-Hellersdorf
Der einstige
Problemkiez wandelt sich

Immobilien in Marzahn-Hellersdorf

Bis 1977 lebte es sich beschaulich in den DDR-Dörfern Marzahn, Hellersdorf, Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf, die heute den Bezirk Marzahn-Hellerdorf bilden. Dann veränderte sich das Leben schlagartig: Neue Straßen entstanden, es wurde gegraben und gebaut. Um die Wohnungsnot zu beenden, startete die DDR in Marzahn und Hellersdorf ein historisch einmaliges Wohnungsbauprogramm. 110 Tage dauerte es, bis die elfstöckigen Hochhäuser bezugsfertig waren. Das Wohnen in der Platte wurde zum Alltag, an die einstige ländliche Idylle erinnert in Marzahn nur noch der denkmalgeschützte Dorfkern.

Wie die Menschen in den Plattenbauten lebten, erfährt man an einem besonderen Ort: In der Hellersdorfer Straße befindet sich eine Museumswohnung, in der von den Velour-Sesseln bis zu den Eierbechern alles original erhalten ist. Die drei Zimmer auf 61 Quadratmetern kosteten seinerzeit 109 DDR-Mark Miete – und waren begehrt. Denn ein eigenes Bad mit Toilette und Wanne, Heizung, Telefon und sogar ein Aufzug, das kannte man nicht von Ost-Berliner Altbauten, wo oft noch mit Kohle geheizt wurde und sich die Toilette im Treppenhaus befand. So wundert es nicht, dass im Jahr des Mauerfalls knapp 200.000 Menschen im größten Siedlungsgebiet Europas lebten.

Doch mit der Wende kam der Wandel. Viele zogen in die sanierten Altbauten der nun wieder attraktiven Innenstadtbezirke. Wohnungen standen leer, die soziale Durchmischung litt.

Doch Stadt und Bezirk schliefen nicht, sondern sanierten die Platten, rissen einige ab und bauten andere auf drei bis sechs Etagen zurück. Das triste Einheitsgrau verschwand hinter frischen Farbanstrichen, die großzügigen Grünanlagen zwischen den Wohnblöcken wurden verschönert. 2005 eröffnete das „Eastgate“ mit 150 Geschäften als größtes Shopping-Center Ost-Berlins. „Berlins beste Aussichten“ – mit diesem Slogan wirbt der Bezirk aktuell für Marzahn-Hellersdorf.

Und die Image-Offensive zeigt Erfolge: Niedrige Mieten, gute Infrastruktur und das viele Grün locken junge Familien an. Auch Kreative haben Marzahn-Hellersdorf für sich entdeckt, etwa die Künstlerkolonie Tacheles, die bis zur Räumung 2012 über 20 Jahre an der Oranienburger Straße in Mitte wirkte. Die überdimensionalen, rostigen „Tacheles“-Eisenlettern stehen jetzt auf dem Areal der Alten Börse Marzahn. Neben Ateliers, Werkstätten, Büros und Veranstaltungsräumen gibt es auch ein Café, ein Restaurant und einen Biergarten, in dem Bier aus der hauseigenen Brauerei ausgeschenkt wird. Kulturevents, Flohmärkte und Live-Musik locken Besucher in das denkmalgeschützte Gebäude und erfüllen es mit Leben.

Der Bezirk hat eben viel mehr als seine Platten zu bieten. Etwa den Erholungspark Marzahn mit den „Gärten der Welt“, die mit dem größten chinesischen Garten Europas Besucher anlocken. Künftig werden es sicher noch mehr, denn das Gelände wird Schauplatz der Internationalen Gartenschau 2017 sein. Auch das Wuhletal lädt mit seinem 15 Kilometer langen Wanderweg und dem vielen Wasser zum Ausspannen ein.

Viel Ruhe abseits der Hochhäuser bietet der Bezirk außerdem nach wie vor in den alten Dörfern Kaulsdorf, Biesdorf und Mahlsdorf. Reihenhäuser, Einfamilienhäuser und großzügige Villen bestimmen hier abseits des Großstadttrubels das Bild – und erinnern an die Zeit, bevor die ersten Bagger anrückten.

 

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